Schützen Sie Ihre Privatsphäre

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»Ich will nicht in einer Welt leben, in der alles was ich sage, alles was ich mache, der Name jedes Gesprächs­part­ners, jeder Aus­druck von Krea­ti­vi­tät, Lie­be oder Freund­schaft auf­ge­zeich­net wird.« [1]

Edward Snow­den (ehem. US-Geheim­dienst­mit­ar­bei­ter)

Ich nut­ze selbst­ver­ständ­lich Smart­pho­nes und Tablets, arbei­te am und mit Com­pu­tern, recher­chie­re viel im Netz und schrei­be die­sen Blog. Ich kann das tun, weil ich mir sicher bin, in Deutsch­land in einem Rechts­staat zu leben, in dem Daten­schutz, der Schutz der Pri­vat­sphä­re und der Respekt vor dem Indi­vi­du­um und sei­ner Unver­letz­lich­keit noch gilt. In vie­len ande­ren Län­dern – selbst in Euro­pa – ist das nicht immer sicher.

Das alles mit allem ver­netzt ist, erscheint uns selbst­ver­ständ­lich. Gleich­zei­tig blen­den wir aus, dass alle unse­re Daten in unge­heu­er gro­ßen Daten­ban­ken bei inter­na­tio­na­len Kon­zer­nen und nicht unse­rer Kon­trol­le unter­lie­gen­den Behör­den in ande­ren Staa­ten gesam­melt und wohl ewig gespei­chert wer­den. Wir den­ken nicht dar­über nach, ob die­se Daten­men­gen zu unse­rem Vor­teil genutzt oder eines Tages viel­leicht nicht unbe­dingt gegen uns selbst, aber gegen ande­re ver­wen­det wer­den könn­ten.

Das Indi­vi­du­um ist aus der Sicht von »Big Data«, so glau­be ich, nicht wirk­lich rele­vant – es sei denn viel­leicht, Sie sind Staats­feind Nr. 1. Inter­es­san­ter ist die Fra­ge, was lesen Sie gera­de und Ihre eben­falls mit dem Inter­net ver­bun­de­nen Kon­takt­per­so­nen, um Ihnen und allen ande­ren Ihres Umfel­des die pas­sen­de Wer­bung anzu­bie­ten. Selbst die Such­ergeb­nis­se beim »goo­geln« sind schon auf Sie per­sön­lich zuge­schnit­ten. Die tat­säch­li­che Viel­falt der Inhal­te des Inter­nets sehen Sie so nicht mehr. Und Sie lie­fern mit jeder Ihrer Suchen im Inter­net neue Daten über sich und Ihre Inter­es­sen. Mehr zur anony­mi­sier­ten Suche im Inter­net fin­den Sie hier…

Face­book lässt sich schon Algo­rith­men paten­tie­ren, die Ihre Kre­dit­wür­dig­keit nach den Betei­lig­ten Ihres »Freun­des­krei­se« bei Face­book ein­stu­fen kön­nen. Noch wis­sen wir nicht, von wel­chen – Ihnen unbe­kann­ten Daten­samm­lun­gen und Daten­ver­knüp­fun­gen– Ihr beruf­li­cher Wer­de­gang, Ihre Kre­dit­wür­dig­keit oder die beson­de­re Auf­merk­sam­keit staat­li­cher Behör­den abhän­gen wer­den. Aber wir dür­fen davon aus­ge­hen, dass dar­an gear­bei­tet wird. [2] [3] [4]

Und wir haben nie­mals die Kon­trol­le, was mit unse­ren Daten wirk­lich geschieht. Schon die weni­gen bekann­ten gro­ßen Hacks auf Sony, Ash­ley Madi­son, Ado­be, auf den Deut­schen Bun­des­tag usw. zei­gen, dass wir nie­mals wis­sen kön­nen, wel­che Staa­ten oder sons­ti­gen »Orga­ni­sa­tio­nen« (il)legalen Zugriff auf unse­re Daten haben. Des­halb ist so wich­tig mit sei­nen eige­nen Daten äußerst spar­sam und sicher umzu­ge­hen.

Wer nicht weiß oder beein­flus­sen kann, wel­che Infor­ma­tio­nen über sein Ver­hal­ten gespei­chert und vor­ge­hal­ten wer­den, passt aus Vor­sicht sein Ver­hal­ten an. Oder gibt fak­tisch sei­ne Bür­ger­rech­te nach und nach auf.

»Aus Sor­ge vor dem Zugriff Drit­ter zen­siert sich die Mehr­heit der Deut­schen selbst, wenn sie bei­spiels­wei­se E‑Mails ver­schickt. Eine Stu­die zeigt: Die Men­schen haben das Gefühl, die Kon­trol­le über ihre per­sön­li­chen Daten ver­lo­ren zu haben.« [5]

Ber­li­ner Zei­tung vom 18.01.2016

Auch wenn Sie glau­ben, selbst nichts zu ver­ber­gen zu haben, die Ver­wen­dung von Ver­schlüs­se­lung schützt auch die Pri­vat­sphä­re der Men­schen, mit denen Sie kom­mu­ni­zie­ren.

Wir haben selbst­ver­ständ­lich nicht die Ein­wil­li­gung aller unse­rer Freun­de, Bekann­ten, Kol­le­gen, Kli­en­ten, Pati­en­ten, Man­dan­ten, Geschäfts­part­ner, dass wir ihre Kon­takt­da­ten Irgend­wel­chen Drit­ten geben kön­nen.

Vie­len Nut­zern z.B. von goog­le Mail – gmail oder Whats­App scheint das nicht bewusst oder gleich­gül­tig zu sein. Wir kön­nen in die­ser in jeder Hin­sicht ver­netz­ten Welt nicht mehr nur für uns allein ent­schei­den. Wir müs­sen die Wir­kung auf den ande­ren immer mit beden­ken. Und mit unse­ren Freun­den und Bekann­ten dar­über reden, dass sie unse­rer Daten eben­falls nicht unbe­küm­mert wei­ter geben soll­ten.

Trotz des Fata­lis­mus, den nicht weni­ge zu die­sem The­ma haben, ist es an der Zeit, den Schutz der eige­nen digi­ta­len Pri­vat­sphä­re wie­der selbst in die Hand zu neh­men.

Erst der Schutz Dei­ner Pri­vat­sphä­re ermög­licht Dir die frei­en Ent­fal­tung Dei­ner Per­sön­lich­keit. Und Dei­ner Freun­de, Bekann­ten, Kol­le­gen, Kli­en­ten, Pati­en­ten, Man­dan­ten, Geschäfts­part­ner…

Es gilt zu ver­hin­dern, dass Men­schen zum »ver­wal­te­ten, nur abge­bil­de­ten, über­wach­ten und sub­til gesteu­er­ten Objekt degra­diert wer­den.«

Alfred Bül­les­bach [6]

Das ist auch das poli­ti­sche Anlie­gen mei­nes Blogs: Ein Stück die Sou­ve­rä­ni­tät über die eige­nen Daten zurück zu gewin­nen.

Und ande­re davon zu über­zeu­gen, dass der Schutz der Pri­vat­sphä­re von Dir und mir ein grund­le­gen­des Men­schen­recht ist.

ist.

Hinweise – Quellen:   [ + ]